AUFRUF zur Online-Aktion anlässlich May Ayims 60. Geburtstag am 3. Mai: grenzenlos und unverschämt

grenzenlos und unverschämt – so lautet der Titel eines Gedichts von May Ayim. Ein Gedicht über Rassismus im Alltag und den immer wiederkehrenden Kampf um die Anerkennung von Schwarz-Sein in Deutschland. Mit ihrer Lyrik und ihrer politischen Aktivität als Mitbegründerin der afrodeutschen Frauenbewegung (ADEFRA) in den 1980er Jahren und als Vorkämpferin der Neuen Schwarzen Bewegung in Deutschland widmete sie sich einer kritischen Auseinandersetzung mit Rassismus und dem Umgang mit der kolonialen Vergangenheit. Außerdem arbeitete sie im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit u.a. zu machtkritischer Pädagogik. Sie machte auf afrodeutsches Leben aufmerksam, schrieb afrodeutsche Geschichte – dieser Geschichte und May Ayim möchten wir an ihrem Geburtstag gedenken.

Am Sonntag, den 03. Mai 2020, würde May Ayim 60 Jahre alt werden, hätte sie sich nicht 1996 im Alter von 36 Jahren das Leben genommen. Ihr Wirken, ihre Gedichte, ihre Forschung und ihre politische Arbeit leben weiter und inspirierten uns zu einer Onlineaktion. Denn ihr Schreiben scheint (mal wieder) aktueller denn je.

Wir möchten euch aufrufen, mitzumachen und gemeinsam May Ayim als Dichterin, Pädagogin und politischer Aktivistin zu gedenken und somit auf Lebensrealitäten aufmerksam zu machen, die von ausgrenzenden Sichtweisen und Denkstrukturen bedroht sind. Wir wollen sie für sich sprechen lassen und nicht für sie sprechen, denn ihre Stimmen sind laut. Doch sie müssen gehört werden.

Schnappt euch Pappe und Transparente, beschreibt und bemalt sie mit Auszügen aus May Ayims Gedichten oder anderen Sprüchen, hängt sie an euren Balkon oder aus eurem Fenster, macht ein Foto davon und schickt es uns!

Also:
Am Sonntag, den 03. Mai 2020, sollen in Jena Plakate und Transparente hängen, um May Ayim zu gedenken. Damit wir auch online Aufmerksamkeit erzeugen können, schickt uns bitte ein Foto von euren aufgehängten Plakaten oder Transpis bis Samstag, den 02. Mai 2020 an decolonize-jena [ät] riseup.net.

Wir freuen uns drauf!

PS: Später im Jahr, wenn wieder Veranstaltungen erlaubt sein werden, wollen wir May Ayims Wirken und Leben in den Fokus einer eigenen Veranstaltungsreihe stellen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Ausstellung + Begleitprogramm “Homestory Deutschland. Schwarze Biografien” vom 12.9.-11.10.19 in Jena

Herzliche Einladung!

Liebe Alle,

wir möchten Sie/Euch ganz herzlich einladen, die Ausstellung “Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart” sowie das Begleitprogramm dazu im September und Oktober an unterschiedlichen Jenaer Orten zu besuchen. Die Ausstellung wird vom 12.9.-27.9 im Stadtteilbüro Lobeda (geöffnet Di-Do 10- 17 Uhr) und vom 1.10.-11.10.2019 in der Ernst-Abbe-Hochschule (geöffnet Mo-Fr 8-19 Uhr) gezeigt. Der Eintritt zur Ausstellung und den Veranstaltungen ist frei.

Flyer zum Download

 

Die Ausstellung

Homestory Deutschland ist ein kollektives Selbstporträt. Die Ausstellung zeigt Biografien von 27 Schwarzen Persönlichkeiten aus drei Jahrhunderten und ihre unterschiedlichen Lebenswege in Deutschland. Es geht um die Weitergabe von gelebter Erfahrung und die Darstellung eines verdrängten Teils deutscher Geschichte und Gegenwart, der durch die Erzählungen der Porträtierten präsent wird. Schwarze Perspektiven und Reflexionen, Beiträge und Verdienste erfahren dabei als Quelle eines vielstimmigen und gemeinschaftlichen Wissens eine besondere Würdigung. Die Ausstellung ist von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD e.V.) entwickelt.

Mehr Infos zur Ausstellung.

Das Begleitprogramm

MITTWOCH, 11. SEPTEMBER 2019, 19 Uhr:

Film »Millis Erwachen« und Diskussion mit der Regisseurin

Ort: KuBus Jena, Theobald-Renner-Straße 1 a, 07747 Jena

Mit ihrem 2018 uraufgeführten Film Millis Erwachen gibt die Kommunikationssoziologin Natasha A. Kelly der schlafenden Milli eine Stimme. Es kommen acht Schwarze deutsche Künstlerinnen verschiedener Generationen zu Wort und berichten von ihren Auseinandersetzungen mit der andauernden kolonialen Kontinuität Deutschlands.

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DONNERSTAG, 12. SEPTEMBER 2019, 18 Uhr:

Vernissage zur Ausstellung Homestory Deutschland

Ort: Stadtteilbüro Lobeda, Karl-Marx-Allee 28, 07747 Jena

Einführende Worte der ISD Thüringen und Führung durch die Ausstellung. Musikalische Begleitung: Julia Wiredu [Saxophon]

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MITTWOCH, 18. SEPTEMBER 2019, 18 Uhr:

Film: »La Couleur du Coeur – Die Farbe des Herzens«

Ort: KuBus Jena, Theobald-Renner-Straße 1 a, 07747 Jena

»Was kann ich tun, wenn mich jemand wegen meiner Herkunft oder Hautfarbe beleidigt und angreift?«, war die Ausgangsfrage für den Film. Das Medium Film wird hier genutzt, um ein Kennenlernen zu ermöglichen. Diaby, Ibrahim, Mouctar und Dianka öffnen ihre Haustür in Gera und haben die Hoffnung, mit ihrem Film Menschen neugierig zu machen. Im Anschluss an den Film wird eine Gesprächsrunde zum Filmprojekt mit den Protagonisten des Films stattfinden.

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DONNERSTAG, 26. SEPTEMBER 2019, 16 Uhr:

Geführte Tour durch die Ausstellung

Ort: Stadtteilbüro Lobeda, Karl-Marx-Allee 28, 07747 Jena

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DIENSTAG, 1. OKTOBER 2019, 17 Uhr:

Zeitzeugengespräch mit Paulino Miguel und Peggy Piesche (angefragt)

Ort: Ernst-Abbe-Hochschule, Haus 5, 3. Etage, Carl-Zeiss-Promenade 2, 07745 Jena

Vor vierzig Jahren schlossen die VR Mosambik neben anderer Staaten einen Staatsvertrag mit der DDR. Dieser beeinflusste die Lebenswege von über 17.000 Vertragsarbeiter*innen und mehreren Tausend Expert*innen. Bei der deutschen Wiedervereinigung konnten viele ihrer Belange nicht zufriedenstellend gelöst werden. Besonders die Vertragsarbeiter*innen erfuhren wenig Anerkennung und Respektierung ihrer Leistungen. Während eines Zeitzeugengesprächs wird das Magdeburger Memorandum vom 24.2.2019 vorgestellt.

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MITTWOCH, 9. OKTOBER 2019, 16 Uhr:

Geführte Tour durch die Ausstellung (*)

Ort: Ernst-Abbe-Hochschule (Haus 5, 3. Etage). Carl-Zeiss-Promenade 2, 07745 Jena

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DONNERSTAG, 10. OKTOBER 2019, 19 Uhr:

Lesung (*)

Ort: Haus auf der Mauer, Johannisplatz 26, 07743 Jena

Afrodiasporische Lyrik und Geschichten mit Live-Musik mit Texten von May Ayim, Sharon Dodua Otoo und vielen mehr.

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MONTAG, 14. OKTOBER 2019, 16 Uhr:

Geführte Tour durch die Ausstellung (*)

Ort: Ernst-Abbe-Hochschule (Haus 5, 3. Etage). Carl-Zeiss-Promenade 2, 07745 Jena

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DONNERSTAG, 17. OKTOBER 2019, 17 Uhr:

Stadtrundgang mit der Gruppe decolonize Jena! (*)

Ort: Treffpunkt 17 Uhr, Holzmarkt, Jena

 

Weitere Infos zum Begleitprogramm.

 

Veranstalter*innen: Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. (ISD), Bund Deutscher Pfadfinder_innen Thüringen e.V., decolonize jena!

Gefördert von: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben sowie vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Freistaats Thüringen im Rahmen des Landesprogramms Denk bunt, Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

Mit freundlicher Unterstützung des Stadtteilbüro Lobeda, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, des Internationalen Centrums Haus auf der Mauer und des KuBus

 

(*) diese Veranstaltungen finden auch als Teil der ALOTA – Alternative Orientierungstage Jena statt

Kontakt

Wir sind erreichbar per E-Mail unter decolonize-jena [at] riseup.net oder auf Facebook: https://www.facebook.com/decolonize.jena/